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TREIBHAUTO

Einer der letzten Parks, der erfunden wurde, ist die Stadt als Blechparkplatz für Klimasünder. Aus unerfindlichen Gründen wurden seitlich von allen Verkehrswegen zwei Meter breite Streifen eingerichtet, die nicht der Erholung dienen, sondern dem zwischenzeitlichen Präsentieren eines fragwürdigen Fortbewegungsmittels. Eines menschlichen Werkzeugs, das in dieser Zeit der Krisen immer stärker hinterfragt wird, für das was es ist: Ein unachtsamer Umgang mit der Natur, ein Auslöser der Klimakatastrophe, Todesursache Nummer eins undmanifestiertes Zeichen des Auseinanderdriftens der Individuen, die zu verbinden es vorgibt. Während das Auto Bewegung durch Zerstörung bedeutet, soll in dieser Arbeit gezeigt werden, wie die Natur selbst so viele Jahrtausende überlebte, weil sie in der Lage war, Bewegung als Wachstum aufzufassen. Aus dem von Autofahrern mit Schattenparken und Klimaanlagen bekämpfte Mikroklima eines Fahrzeug-inneren soll ein Gewächshaus werden, das das Auto von Innen heraus überwuchert und es sich letztlich völlig einverleibt mit Pilzen und Pionierplanzen, mit Sträuchern, Kräutern und Nutzpflanzen. Und so wird einerseits die aktuelle Endzeit-stimmung illustriert, andererseits die Zuversicht ausgedrückt, dass die Prämisse der Zerstörung, wie wir sie durch Autos leben, eben nicht das ist, was am Ende des Tages bleiben wird.

Projekt von Hans Woertl im Rahmen von “Garten Meidling“